„Allround-Talent“ und „Mädchen für alles“ im Rampenlicht

28. November 2018

Der Fußballkreis Aachen zeichnet die Ehrenamtspreisträger des DFB und FVM aus. Zukunftsweisendes Projekt in der Gemeinde Simmerath.

Eschweiler Während für die Fußballer langsam die Winterpause in Sichtweite kommt, wird beim Fußballkreis Aachen auf ein ereignisreiches Jahr zurückgeblickt. Zum traditionellen Mitarbeiterfest hatte der Kreisvorstand um den Vorsitzenden Bernd Mommertz fünf besondere Ehrengäste eingeladen. Mit Karin Pütz, Leo Pennings, Ralf Stollenwerk, Dieter Henn und Paul Schwering wurden die diesjährigen Träger der Ehrenamtspreise des DFB und des Fußballverbandes Mittelrhein (FVM) vorgestellt.

Der 22-jährige Schwering aus Roetgen trat als Erster ins Rampenlicht. Als „Allround-Talent“ hat sich das aktuelle Mitglied des Lehrstabs im Kreisschiedsrichterausschuss einen Namen gemacht. Bereits mit 16 Jahren übernahm er das Traineramt bei den F-Junioren des FC Roetgen, welches er über vier lange Jahre innehatte. Die Bildung einer verschworenen Mannschaft, aber auch unzählige Arbeitsstunden bei vereinsinternen Veranstaltungen gehören zu den Leistungen, die Schwering in seiner Trainerzeit erbracht hat. Zudem wurde er Teil des Schiedsrichter-Perspektivkaders, übernahm Aufgaben bei der Aus- und Weiterbildung von Schiedsrichterkollegen und dient als „Pate“ für junge Nachwuchskräfte an der Pfeife. Vom Kreisvorstand wurde der Student für Lehramt der Mathematik für Sonderschulen in der Rubrik „Fußballhelden – Aktion junges Ehrenamt“ ausgezeichnet. Laudator Gregor Müller (Ehrenamtsbeauftragter) hob Schwerings Talent an der Pfeife hervor und bescheinigte ihm eine große Zukunft: „Vielleicht ist er nach langem Warten nochmal ein FVM-Schiri, der es bis in die Bundesliga schafft.“

Die Trägerin des FVM-Ehrenamtspreises Frauen 2018 ist nicht nur Besuchern von Spielen der Mädchen- und Frauenabteilung der Alemannia ein Begriff. Seit 1969 ist Karin Pütz als Ehrenamtlerin tätig. Während der Spielzeit 1969/1970 gelang die Gründung der ersten Frauenfußballmannschaft beim FC Teutonia Weiden – der Startschuss für den heute so erfolgreichen Frauenfußball in der Städteregion. Gegen die zu dieser Zeit harten Ressentiments beim DFB in Bezug auf den Frauenfußball setzte sie sich zur Wehr.

Bis 1993 kickte Pütz selbst aktiv, konnte mit der Weidener Teutonia bis in die Regionalliga vorstoßen und erreichte mit der FVM-Auswahl 1981 den Sieg im „Länderpokal“. Während und nach ihrer aktiven Zeit fand sie 30 Jahre lang Gefallen am „Trainer-Dasein“. Auch war sie eine der führenden Kräfte, die den geschlossenen Wechsel der Frauenabteilung von der Teutonia zur Alemannia in die Wege leitete. Beim TSV fungierte sie als Bindeglied zwischen Stammverein und Frauenabteilung. Noch heute ist sie bei allen Spielen vor Ort am „Hasselholzer Weg“ und führt das kleine Bistro. In der 118-jährigen Vereinsgeschichte der Alemannia ist sie das erste weibliche Ehrenmitglied.Als „Mädchen für alles“ ist auch Leo Pennings von DJK FV Haaren bekannt. Seit gut 50 Jahren ist er für den Fußball ehrenamtlich aktiv. Verschiedene Engagements als Spieler, Trainer und Funktionär beim nicht mehr existenten Polizeisportverein Aachen, dem VfL 05 Aachen und „seinem“ VfR Forst zeichneten seinen Werdegang. 2013 wurde Pennings Technischer Obmann in Haaren. Seit 2016 fungiert er als Hauptgeschäftsführer des Vereins. Auch die Aachener Stadtmeisterschaft wäre wohl ohne Pennings nicht denkbar – er ist „bekannt wie ein bunter Hund. Als Hauptorganisator laufen seit Jahrzehnten bei ihm alle Strippen zusammen.“

Mit Ralf Stollenwerk (Vorsitzender) und Dieter Henn (Geschäftsführer) hatten sich zwei Vertreter des TSV Kesternich auf den langen Weg aus der Eifel nach Dürwiß gemacht. Beide sind Mitglieder in der „Dorfgemeinschaftshaus GmbH“, die Projekte für den Ortsteil Kesternich entwickeln. In diesem Zusammenhang konnten die beiden mit der GmbH die Erschließung und Vermarktung der alten Kesternicher Sportplatzanlage zur Refinanzierung eines Kunstrasenplatzes und einer neuen Sporthalle durchführen. Durch die ehrenamtliche Arbeit der beiden entstanden der Gemeinde Simmerath keine Kosten für die Erschließung und Vermarktung des Neubaugebiets.

Die „Macher von Kesternich“

Der SV Nordeifel konnte seine neue Heimat unlängst beziehen. Für ihr Engagement erhielten Stollenwerk und Henn den DFB Ehrenamtspreis. Ferner planen die „Macher von Kesternich“ am Rande des neuen Sportfeldes noch einen weiteren Bolzplatz sowie einen Kinderspielplatz. Das seit 2015 laufende Projekt sei laut Mommertz „zukunftsweisend und ein unglaubliches Beispiel dafür, was das Ehrenamt in der Gesellschaft an Kräften freisetzen könnte“.