Nach hinten raus fehlt Rott die Kraft

5. Januar 2019

Landesligist Eintracht Verlautenheide gewinnt das Vorrundenfinale mit 5:2 und sichert sich das Endrunden-Ticket

Aachen „Wir schreiben immer wieder neue Geschichten. Im vergangenen Jahr haben wir zum ersten Mal hier teilgenommen, und in diesem Jahr stehen wir schon in der Endrunde.“ Dennis Buchholz strahlte, 5:2 schlug Eintracht Verlautenheide gestern Abend den SV Rott im ersten Aachener Vorrundenfinale um den Sparkassen-Hallencup, den unsere Zeitung präsentiert. Mit Titelverteidiger SV Breinig muss nach dem fünfachen Hallencup-Gewinner FC Wegberg-Beeck der nächste Favorit am Samstag ab 15 Uhr bei der Endrunde in der Aachener Halle Neuköllner Straße zusehen.

„Wir haben das Finale verdient gewonnen, weil wir relativ wenig zugelassen und unsere Konter gut ausgespielt haben“, analysierte der Eintracht-Coach. Zwar war Rott in Führung gegangen, doch nach dem Ausgleich hatte Verlautenheide das Spiel nicht mehr aus der Hand gegeben. Rotts Coach Jürgen Lipka ärgerte sich über die Zwei-Minuten-Strafe für ein „Allerweltsfoul“, denn als der Tabellenzweite der Fußball-Landesliga in Unterzahl agierte, hatte der Landesliga-Aufsteiger seine Chance genutzt.“

Ohne Punktverlust war Verlautenheide ins Vorrundenfinale eingezogen. Zum Auftakt hatte es einen 1:2-Sieg über Mittelrheinligist SV Breinig gegeben. „Das war unsere bestes Spiel, weil es von beiden Mannschaften sehr intensiv geführt worden ist“, so Buchholz. „Durch den Sieg über den Titelverteidiger sind wir aber gegen den FC Roetgen unter Druck geraten.“ Der Bezirksligist hielt die Partie bis zum 1:1, das Verlautenheide aber schon gereicht hätte, offen, dann setzte sich die Eintracht mit 3:2 durch. „Roetgen hat wie erwartet tief gestanden, aber wir haben uns nicht locken lassen“, so Buchholz.

Breinig hatte schwer ins Turnier gefunden. „Das Spiel gegen die Eintracht haben wir verdient verloren, wir haben von der Ordnung her nicht so agiert, wie wir uns das vorgenommen haben“, bemängele Breinigs Coach Michael Burlet. Erst neun Sekunden vor Ende der ersten zehn Minuten hatte Kazeem Babatunde die Eintracht in Front geschossen, Jan-Henrik Rother glich aus, doch eine Minute vor Schluss erzielte Eugen Lobanov den Siegtreffer. „Das waren dumme Fehler, einfache Ballverluste, die zu den Gegentoren geführt haben. Der Gegner war besser“, so Burlet.

„Wir schreiben immer wieder neue Geschichten.“

Dennis Buchholz, Coach von Eintracht Verlautenheide

Gegen den FC Roetgen musste Breinig die Minimalchance auf den Einzug ins Vorrundenfinale wahren. Gut acht Minuten lang hielt der Underdog die Partie offen, dann zeigte sich die Qualität des Mittelrhenligisten, der beim 7:0 überzeugte. Burlet: „In dieser Partie haben wir langsam ins Turnier reingefunden, aber wir haben nicht so gespielt wie im vergangenen Jahr.“ Die Hoffnung stirbt zuletzt – doch nach dem 2:3 von Roetgen (> Text unten links) gegen Verlautenheide durfte Breinig frühzeitig einpacken

Auch die zweite Vorrundengruppe stand unter der Überschrift „spät aufgewacht“: Zwar ging der SV Rott gegen Bezirksligist Kohlscheider BC durch Sulayman Dawodu in Führung, die Nils Quaden eine Sekunde vor dem Seitenwechsel ausglich. Doch erneut Quaden und Bruce Bien trafen zum 3:1 für den KBC. „Wir haben so angefangen, wie wir in die Saison gestartet sind. Wir hatten überhaupt keine Idee von Hallenfußball“, bemängelte Lipka. Somit musste Rott wie Breinig in der zweiten Partie Gas geben. Und tat das gegen Liga-Konkurrent Inde Hahn eindrucksvoll, 7:1 hieß es nach 20 Minuten. „Hahn hat so gespielt, wie wir in unserer ersten Partie“, ordnete Lipka die Leistung ein. „Wir wollten zeigen, dass wir eine gute Mannschaft habe. Das ist uns gelungen. Aber im Finale fehlte uns nach hinten raus die Kraft.“

Dann hieß es abzuwarten, wie die Partie zwischen Hahn und dem KBC ausging. Hahn kam ins Rollen, schlug den KBC 6:1, und dank des besseren Torverhältnisses zog Rott ins Vorrundenfinale ein. „Es lief bei uns wie in der Meisterschaft, entweder hopp oder top“, seufzte Hahns Co-Trainer Michael Grümmer (> Text unten rechts).

Enttäuscht gingen die Kohlscheider in die Kabine. „So eine Chance bekommt man nicht so oft, wir wären gerne ins Vorrundenfinale eingezogen“, bedauerte KBC-Coach Andreas Puzicha. Mit dem Auftritt gegen Rott war er zufrieden: „Da haben wir den Ball gut laufen lassen und in den entscheidenden Momenten die Tore gemacht.“ Dagegen hatte der KBC Probleme, in die Partie gegen Hahn reinzufinden. „Bis zur Pause haben wir geführt, aber nachdem Hahn in Führung gegangen ist, war bei uns die Luft raus.“