Underdogs ärgern die Favoriten

7. Januar 2019

Fußball-Bezirksligist FSV Columbia Donnerberg gewinnt bei seiner Hallencup-Premiere gleich die begehrte Trophäe. 4:3-Erfolg im Endspiel gegen Ligakonkurrent Union Würm-Lindern.

Aachen Wer auf dieses Finale gewettet hätte, hätte viel Geld gewinnen können. Oder wäre für verrückt erklärt worden. Nicht die favorisierten Fußball-Mittelrheinligisten – nein, zwei Bezirksligisten standen sich im Finale um den Sparkassen-Halllencup, den unsere Zeitung präsentierte, gegenüber. Und das war auch gut so, denn die Stimmung in der Halle Neuköllner Straße hätte nicht besser sein können. Hier ein lautstarker Block aus Würm-Lindern, dort die begeisterten Donnerberger Anhänger, die zum Schluss lautstark jubeln durften. Denn der FSV Columbia gewann bei seiner Halllencup-Premiere den begehrten Cup mit 4:3 gegen die SG Union Würm-Lindern.

„Ich bin hellauf begeistert“, bejubelte Donnerbergs Coach Tobias Voss nach drei Siegen am Schlusstag einen der größten Vereinserfolge. Und nach dem Schlusspfiff verriet er lachend die vorgegebene Marschrichtung: „Vor dem Finale habe ich gesagt, alles oder nichts. Wir wollten hinten kompakt stehen, denn ich weiß um die Stärke meiner Jungs im Umschaltspiel.“ Zwar war Würm-Lindern in der ersten Hälfte durch Jan-Niklas Janes in Führung gegangen, doch nach der Pause hatte der FSV Columbia aufgedreht. Marvin Meurer, zwei Mal Fitim Kaciku und Antonio Bernal-Garcia drehten die Partie auf 4:1. Nur in der letzten Minute ließen die Donnerberger im Gefühl des sicheren Sieges die Zügel etwas schleifen, und Yannik Schlömer und René Lambertz nutzten das in den letzten 40 Sekunden zu zwei Anschlusstreffern.

Mit kompakter Defensive und schnellem Umschaltspiel hatte Donnerberg zum Auftakt auch Mittelrheinligist 1. FC Düren mit 3:2 bezwungen. Dabei hatte die Partie für das Voss-Team mit einem Eigentor begonnen. Doch Kaciku, der knapp vor dem Rotter Sulayman Dawodu Torschützenkönig wurde, brachte Donnerberg auf den richtigen Weg. 45 Sekunden vor Schluss gelang Marvin Störmann nur noch der Anschlusstreffer. In Partie zwei ging Donnerberg die erste Halbzeit (2:0) gegen Verlautenheide recht verhalten an, doch dann war der Bezirksligist nicht mehr zu bremsen, 7:2 stand es nach 20 Minuten, die beiden Eintracht-Treffer in der Schlussminute änderten nichts mehr am Sieg des Underdogs.

Schiedlich friedlich 3:3 hatten sich Verlautenheide und Düren getrennt, wobei Eintracht-Keeper Marco Müllegans einen Foulelfmeter von Dogukan Türkmen parierte und so den Punkt sicherte. „Leider haben wir den Siegtreffer in letzter Minute gegen Düren verpasst“, haderte Verlautenheides Coach Dennis Buchholz, der insgesamt mit den Auftritten zufrieden war. „Gegen Verlautenheide haben wir das ganz gut gemacht“, zog Dürens Stürmer Marc Wollersheim Bilanz. „Aber zum Auftakt haben wir uns von Donnerberg anstecken lassen, haben zunehmend mit langen Bällen und aggressiver agiert.“ Genau das hatte Düren verhindern wollen.

„Vor dem Finale habe ich gesagt, alles oder nichts.“

Tobias Voss, Trainer des FSV Columbia Donnerberg

„Wenn wir noch eine Minute mehr Zeit gehabt hätten . . .“, haderte Union-Coach Hermann-Josef Lambertz ein wenig nach dem finalen Schlusspfiff. „Bis zur Halbzeit sah es für uns gut aus, doch dann zog Donnerberg das Spiel an. Das war ein verdienter Sieg.“ Insgesamt war der Union-Coach mit den Auftritten seiner Jungs zufrieden. „Wir haben guten Fußball gespielt und erhofft, vielleicht einen Großen zu schlagen.“ Das tat der Bezirksligist bereits in der Vorrunde, als man zuerst Top-Favorit FC Wegberg-Beeck und im Finale Germania Teveren bezwang. In Aachen besiegte die Union zum Auftakt den Landesliga-Zweiten SV Rott mit 5:4 und warf anschließend Mittelrheinligist Borussia Freialdenhoven mit 3:2 aus dem Rennen. Wieder mit einem eiskalt erzielten Treffer 34 Sekunden vor Schluss durch Schlömer – auch Beecks Hoffnungen waren in der letzten Minute zerstört worden.

Gegen Würm-Lindern hatte der SV Rott schnell 0:4 hinten gelegen, ehe der Landesligist in einer Aufholjagd auf 4:5 verkürzt hatte. Gegen Freialdenhoven hatte das Lipka-Team bis zum 2:2 mitgehalten, dann war der Mittelrheinligist auf 5:2 enteilt. „In beiden Spielen gingen den Gegentoren kapitale Fehler unsererseits voraus. Aber ich bin zufrieden, wie wir nach dem 4:0 zurückgekommen sind“, so der SV-Coach. „Wir haben uns sportlich fair verhalten und gut verkauft.“

War das 5:2 gegen Rott eine klare Angelegenheit, so hatte die entscheidende Partie gegen Würm-Lindern bis zuletzt auf des Messers Schneide gestanden. „Es ist natürlich bitter, wenn man so kurz vor Schluss den K.o. kassiert“, bedauerte Borussia-Coach Wilfried Hannes, dessen Team bei einem Remis aufgrund des besseren Torverhältnisses im Finale gestanden hätte.