Aachen „Wir hatten vor, unseren Matchplan durchzuziehen“, erläuterte Jürgen Lipka. Das gelang seiner Mannschaft auch, zumindest in der ersten Hälfte, die zweite war – nachdem die DJK FV Haaren nach der 5:0-Führung einen Gang zurückgeschaltet hatte – eher ausgeglichen. Doch Gastgeber FSV Columbia Donnerberg musste sich der DJK FV Haaren mit 1:5 (0:4) geschlagen geben und steht weiterhin sieglos am Tabellenende in der Fußball-Bezirksliga, während sich der Kreispokal-Sieger auf Platz vier verbesserte.
Jürgen Lipka ist Fußballer durch und durch, und so schickt er seiner Analyse voran: „Wenn man sieht, dass das Donnerberger Trainergespann Tobi Voss, der gerade erst aus Urlaub zurückgekehrt war, und Antonio Bernal Garcia selbst in der Innenverteidigung spielen muss, dann weiß man, wie schlecht es personell um die Gastgeber in dieser Partie gestellt war“, unterstrich der Haarener Coach. Eine Tatsache, die der 40-jährige Voss seufzend bestätigt: „Aktuell ist unsere Personaldecke aufgrund vieler Verletzter und Gesperrter sehr eng. Wir mussten eben mit allen möglichen Mitteln versuchen, ein Team zusammenzustellen. Und so hieß es, ich müsse – kaum aus Urlaub zurück – auch selbst spielen.“
Haaren legte schon nach fünf Minuten vor: „Alle unsere Tore waren gut herausgespielt. Dem ersten ging ein Fehlpass voraus. Yannick Pietrowski hat tief auf Enes Yürük gespielt. Wir waren einfach viel handlungsschneller als der Gegner.“ Ähnlich kam es zum zweiten Treffer. Innenverteidiger Jonathan Nilius eroberte den Ball, flankte, und Yürük (13.) traf zum 2:0. Nach einem Foul an Anthony Obiorah verwandelte Nico Esser (36.) den Foulelfmeter zum 3:0. Das 4:0 (39.) entsprang einer schönen Kombination: Nilius flankte auf Obiorah, der auf Nilius zurücklegte, der vollendete.
„Donnerberg hat im ersten Durchgang eigentlich gar nicht stattgefunden“, sagte Lipka, und Voss stimmte zu: „Die erste Hälfte ging ganz klar an Haaren. Da haben wir nicht gut verteidigt und selbst keinen Weg in die Tiefe gefunden. In der zweiten Hälfte lief es nach dem Platzverweis – wie so oft in solchen Spielen – besser. Auch weil Haaren etwas zurückgeschaltet hat.“
„Wir haben einen Hashtag, der da lautet: „Alles oder nichts“. Im Moment haben wir nichts, aber die Saison ist noch lang. Und schließlich kann es für uns nur besser laufen.“
Tobi Voss, Trainer des FSV Columbia Donnerberg
Eren Öcük (58.) hatte nach grobem Foulspiel glatt Rot gesehen. Da stand es schon 5:0 für die Gäste, Kevin Klasen hatte einen Tick schneller reagiert als Voss und Bernal Garcia und erhöht (50.). Bernal Garcia (79.), mit seinen 27 Jahren offiziell Spielertrainer, gelang zumindest noch der Anschlusstreffer, und Voss darf nächsten Sonntag die Fußballschuhe von den Füßen lassen – der Coach sah in der 90. Minute Gelb-Rot. „Da bin ich etwas unsanft eingestiegen“, gab Voss ehrlich zu.
Diamanten benötigen Druck
„Beim 0:5 war die Messe natürlich gelesen“, seufzte Voss, fügte aber kämpferisch hinzu: „Nur unter Druck werden Diamanten gebildet. Wir haben einen Hashtag, der da lautet: „Alles oder nichts“. Im Moment haben wir nichts, aber die Saison ist noch lang. Und schließlich kann es nur besser laufen. Ich bin ganz sicher, dass wir nicht absteigen werden.“
Dass sein Team nach der Pause nicht mehr so zwingend war, stellte Lipka natürlich nicht zufrieden: „Wir haben nicht mehr so die Läufe in die Tiefe gemacht, haben den letzten Druck vermissen lassen. Vielleicht waren einige Spieler mit den Köpfen da schon beim nächsten Spiel am Donnerstag.“
Dann erwarten die Haarener um 19.30 Uhr den punktgleichen Tabellennachbarn Germania Eicherscheid, „eine richtige Hausnummer, eine stark besetzte Mannschaft, die ich hinter Weiden mit ganz oben sehe“, verdeutlicht Lipka die Schwere der Aufgabe. Der FCV Columbia Donnerberg gastiert am Sonntag, 15.15 Uhr, beim Tabellenzwölften FV Vaalserquartier.
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